C. G. Jung

C. G. Jung (1875 - 1961) war einer der bedeutendsten Denker und Tiefenpsychologen seiner Zeit, er war aktiv, brillant, witzig und sprachgewandt. Seine Analytische Psychologie hat Wesentliches zum besseren Verständnis der Psychologie des Menschen und der psychischen Störungen beigetragen. Sein Interesse galt allen Aspekten des Individuums wie der Gesellschaft, von den dunklen Seiten der Persönlichkeit (dem Schatten) bis zur religiös-magischen Phänomenen.

1875 in Kesswil im Thurgau geboren, erhielt er seine Schulbildung und seine medizinische Ausbildung in Basel. Als Psychiater am Burghölzli in Zürich kam er in Berührung mit Sigmund Freuds Schriften. Er wurde dessen Schüler und Freund, bis die Beziehung wegen unterschiedlichen Positionen auseinanderging und Jung die Analytische Psychologie entwickelte. Er erschaffte ein umfangreiches Werk, dessen Bedeutung weit über den Bereich der Psychiatrie und Psychologie hinausreicht. Er hat mit Begriffen wie Komplex, Introversion, Extraversion und Archetypus  auch die Völkerkunde, die Theologie und die Kunst bereichert.  

Im Jahr 1935 wurde er Professor an der ETH in Zürich und 1944 Ordinarius für medizinische Psychologie an der Universität Basel.

Er unternahm ausgedehnte Reisen: 1921 nach Tunis und Nordafrika, 1924/25 zu den Pueblo-Indianern in Arizona, 1926 nach Kenia und Uganda und 1938 nach Indien. Er öffnete sich dem Wissen und der Weisheit fremder Völker zum Seelenleben und zur Seelenheilkunde. Er pflegte eine weltweite Korrespondenz und einen internationalen Austausch, und er hielt u.a. Vorlesungen in England und in den USA.

Jung heiratete 1903 Emma Rauschenbach und hatte 5 Kinder. Er wohnte und praktizierte in Küsnacht am Zürichsee.